Auf der Insel Mokoia, einem alten Maori Zufluchtsort im Rotoruasee, gibt es ein natürliches heißes Becken von der Größe eines normalen Swimmingpools. In diesem Becken fand der Flötenspieler Tutanekai seine Liebste Hinemoa nach ihrer ungewöhnlichen Umwerbung.
Hinemoa war die wunderschöne Tochter eines Stammeshäutlings an den Ufern des Rotoruasees. Als sie ins heiratsfähige Alter kam, wurde sie von vielen Jünglingen umworben, doch wollte ihre Familie sie nur einem Mann von hohem Rang zur Frau geben. Tutanekai wohnte mit seinem Stamm auf der Insel Mokoia inmitten des Sees und obwohl er ein Mitglied der dortigen Häuptlingsfamilie war, so besaß er nicht den entsprechenden Rang, um Hinemoa zu gewinnen.
Es wurden Feste veranstaltet, damit sich Hinemoa einen Ehemann aussuchen konnte, doch sie war an keinem interessiert, bis sie Tutanekai mit seinen Brüdern sah. Ihre Blicke trafen sich und verweilten. Hinemoas Wächtern wurde klar, dass sich hier eine unschickliche Verbindung anbahnte und verhinderten jeglichen Kontakt zwischen den beiden. Dennoch tauschten die Liebenden auf folgenden Veranstaltungen Blicke und Lächeln aus und hinter dem Rücken der Wächter schafften sie es schließlich, sich Liebesbotschaften zu senden.
Das Umwerben war also nicht so einfach unter diesen Umständen und Tutanekai fing an auf seiner Holzflöte jeden Abend zu spielen und so seine Gefühle für Hinemoa über den See zu schicken. Hinemoa beschloss schließlich durchzubrennen. Als sie versuchte ein Kanu zu stehlen, wurde sie entdeckt, eingesperrt und alle Kanus fortan jede Nacht am Ufer festgemacht. Doch die schöne Häuptlingstochter ließ sich davon nicht beirren und als sie sich abermals davonstehlen konnte, schwamm sie hinüber zur Insel. Es war so dunkel in der Nacht, dass sie den Umriss der Insel nicht ausmachen konnte, doch zum Glück spielte Tutanekai auch in dieser Nacht seine Musik. Und diese zeigte Hinemoa die richtige Richtung an, bis sie schließlich erschöpft und durchgefroren die Insel erreichte. Schnell ließ sie sich in das heiße Becken sinken und wärmte sich auf. Übermütig zerschlug sie zweimal den Tonkrug von Tutanekais Diener, der aus einer Quelle nahe des Beckens Wasser holen sollte. Zweimal erzählte der Diener, dass im Pool ein Wassergeist sein Unwesen trieb. Als Tutanekai schließlich nachsah, fand er Hinemoa und erkannte sie trotz der Dunkelheit. Er nahm sie mit zu seiner Hütte und am Morgen fanden die Stammesmitglieder die beiden. Beide Familien mussten so letztendlich die Verbindung akzeptieren und die Nachkommen von Hinemoa und Tutanekai leben noch heute an den Ufern des Sees Rotorua.



Eine Antwort zu „Hinemoa und Tutanekai oder wie die Häuptlingstochter ihrer Liebe folgte“
[…] oder den Hausberg hinauf mit einer tollen Aussicht auf den See und der Insel Mokoia, um die sich Maori-Legenden […]