Auckland – Ankommen und Ausspannen

Einen Monat bin ich nun schon in Neuseeland und dies nehme ich zum Anlass, um die letzten Wochen Revue passieren zu lassen. Meine ersten Eindrücke habe ich bereits geschildert. Aber wo habe ich mich in der ersten Woche in Auckland herumgetrieben?

Zuallererst galten die ersten Tage der Akklimatisierung und dem Ankommen. Zwar war der Jetlag definitiv nicht so stark zu spüren wie befürchtet, doch regelmäßig gegen 12 Uhr mittags wurde ich unglaublich müde, was ungefähr der Zeit in Deutschland entspricht, zu der ich allerspätestens ins Bett gehe: 2 Uhr morgens. Daher waren die ersten Tage in Auckland recht ruhig und trotz Rooftop Bar im Hostel weniger partymäßig.

Auckland Harbour

Am ersten Tag erlief ich mir die Stadt. Für mich ist es so am einfachsten an einem neuen Ort anzukommen. Und da Auckland am Meer liegt, war das erste Ziel auch klar: immer die Queen Street entlang bis zum Hafen. Ich hatte Glück, auch wenn sich in Down Under langsam der Herbst ankündigt, mein erster Tag am anderen Ende der Welt begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Das war jedoch weniger gut für meine Haut, denn ich hatte mir noch keine Sonnencreme besorgt und machte die Erfahrung, dass man auch im Schatten Sonnenbrand bekommen kann. Nach dem grauen und vor allem nassen Winter in Deutschland genoss ich sehr das sonnige Wetter. Der Hafen von Auckland lädt zum Schlendern ein und neben den Yachten und dem Blick über die Bucht findet man hinter der Te Wero Bridge an der North Wharf in den alten Baracken hippe Cafés, Restaurants und moderne Gallerien. Sowohl Kiwis als auch Touris gönnen sich hier einen Kaffee in der warmen Sonne. Da ich aber vom Kaffee eher müde als wach werde, ging es für mich weiter an der Hafenpromenade entlang Richtung Silo Park. Ich dachte mir nichts weiter bei dem Namen und wollte nur zum nächsten grünen Flecken auf dem Stadtplan spazieren, doch der Name beschreibt das genau: eine kleine Grünfläche mit Spielplatz vor hochaufragenden Silos am Ende der Hafenanlagen. Das hört sich nicht sonderlich romantisch an. Das ist es auch nicht, aber von einem Turm ähnlichen Gebilde mit vielen Treppen hatte ich einen guten Ausblick auf die Stadt und den so genannten Skytower, der die Skyline von Auckland dominiert. Im Endeffekt einfach die neuseeländische Variante eines Fernsehturms. 😉

Silo Park, Auckland

Die Freuden des Hostellebens

Das Hostel Base Auckland ist genau das, was es verspricht: eine gute Basis, um die Stadt zu erkunden, doch Luxus kann man hier nicht erwarten. Mein Zimmer war fensterlos, was nicht sonderlich angenehm ist, wenn der Zimmergenosse Knoblauch gegessen hat, zweistündiges Weckerklingeln vom Nachbarbett und ein durchdringendes Schnarchen wie eine Walrosskolonie inklusive. Als ich mich dann entschloss Oropax zu tragen, überhörte ich jedoch auch den Wecker. Dafür trifft man viele verschiedene Leute mit interessanten Gesprächen, bekommt Tipps für die Reise durch Neuseeland und Essen geschenkt und gute Unterhaltung in Form von der Beobachtung der Leute vor Ort.

Auckland Art Gallery

Den zweiten Tag verbrachte ich hauptsächlich in der Auckland Art Gallery Toi o Tāmaki. Zum einen interessiere ich mich in jeder größeren Stadt für ihre Kunstausstellungen, die Gemälde und die Art und Weise der Präsentation. Zum anderen ist der Eintritt dort schlichtweg kostenlos. Mit ein wenig Vorbereitung und Recherche hätte es mich nicht überraschen sollen in der Auckland Art Gallery die Portraits von Maori Persönlichkeiten wiederzufinden, die vor einem Jahr in Berlin ausgestellt wurden. Da ich mich jedoch spontan für den Besuch entschloss, war es in schönes Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Wer zudem die Stilrichtung des Kubismus mag, kommt hier auch auf seine Kosten, denn Neuseeland kann einige wirklich beeindruckende Vertreter vorweisen wie Frances Hodgekins, John Weeks, Louise Hendersen oder Colin McCahon. Leider konnte ich kein Bild von ihnen auf den Postkarten im Museumsshop finden, meine Favoriten sind eher selten im Kleinformat zu kaufen. Allgemein stellen die Ausstellungsstücke einen interessanten Querschnitt durch die Kunstgattungen und Jahrhunderte dar, doch sind sie keinesfalls so umfangreich, wie man es aus anderen Metropolen gewöhnt ist. Für mich war es ein guter Start und die perfekte Beschäftigung für einen grauen Regentag.

Auckland Art Gallery

Auckland Domain

Am folgenden Tag war der Himmel ebenfalls grau und bedeckt und auf meinem Weg zu Auckland Domain regnete es wie in Irland: so fein, dass man die Tropfen nicht auf der Haut spürt, doch irgendwann ist man trotzdem klitschnass. In Auckland Domain, einem großen Parkkomplex gibt es ein viktorianisches Gewächshaus, das ich sehen wollte. Ich liebe einfach die Reste und Überbleibsel aus dem vorletzten Jahrhundert und daher stand es für mich auf dem Pflichtprogramm. Das Gewächshaus, auch Wintergarden genannt, ist sehr gut erhalten oder restauriert und der Komplex beherbergt auf der einen Seite tropische Pflanzen und auf der anderen Seite saisonale Blumen. Hier erschloss sich mir auch, warum die Neuseeländer häufig einen Farnwedel als Logo wählen. In einem eigenen Farngarten kann man all die in Neuseeland beheimateten Farnarten entdecken und davon gibt es zahlreiche verschiedene Arten. Von kleinen Pflänzchen bis hin zu großen Bäumen, von breiten geraden Blättern bis hin zu vielfach verzweigten zarten Varianten. Für mich ist die Symmetrie der Blätter ein toller Spielplatz für Fotos. Doch der Ort ist ein beliebter Stopp für Bustouristen kurz bevor sie in das benachbarte Auckland War Memorial Museum gehen. Auch ein Brautpaar wählte das Gewächshaus als Kulisse für ihre Hochzeitsbilder und fuhr mit Oltimern vor. Wer also besinnliche Ruhe sucht, wird sie hier eher nicht finden. Das War Memorial Museum schreckte mich vom Namen her ab. Ich hatte keine Lust mir irgendetwas über Kriege anzusehen. Erst später erfuhr ich, dass auch Maori Geschichte dort ausgestellt ist. Nun ja, vielleicht komme ich ja noch einmal in Auckland vorbei.

Wintergarden, Auckland Domain

Nach ein paar selbstverschuldeten Irrwegen durch die Stadt nahm ich schließlich den Skytower als Orientierung, um wieder zur Unterkunft zurück zu finden. Davor jedoch stolperte ich regelrecht über einen pinken Fahrradweg. Neuseeland ist im Allgemeinen nicht für Fahrradfahrer ausgelegt und gebaut, aber anscheinend wird seit den letzten Jahren versucht, daran etwas zu ändern. Eine Maßnahme ist ein städtischer Fahrradweg in Aucklands Innenstadt, von dem ein Abschnitt in moderner Art und Weise umgesetzt ist und sich im schönsten Magenta vom Grau der Stadt abhebt. Telecom hätte die hellste Freude daran.

Linker Fahrradweg in Auckland

Stadt der Vulkane

Zum Abschluss meiner Zeit in Auckland erklomm ich den Mount Eden. Er gilt als der höchste erloschene Vulkan der Stadt und ist ein wichtiger kultischer Platz der Maori. Vom Stadtzentrum aus muss man zwar ein Stück laufen, aber das ist definitiv machbar. Auch wenn man sich den Ausblick mit anderen Touristen teilen muss, lohnt sich der Auftieg in jedem Fall. Man hat einen weiten Blick über das Stadtgebiet und die Bucht. Am Horizont kann man Inseln sehen und natürlich die prägnante Skyline von Auckland. Ich zählte mindestens sieben oder acht weitere Hügel, alles ehemalige Vulkankegel. Insgesamt sollen es wohl 48 sein. Wie sie entstanden, erzählt eine Legende der Maori, die ich in einer Bibliothek gefunden habe.

Mount Eden, Auckland

Ein kleiner Tipp

In der Innenstadt von Auckand ist es nicht ganz einfach einen guten Supermarkt zu finden, wenn man nicht ständig auswärts essen möchte. Zwar habe ich es selbst nicht geschafft auszuprobieren, doch soll die Mensa der Auckland University jeden Dienstag bis Donnerstag für nur fünf Dollar gutes veganes Essen anbieten. Ein Versuch ist das in jedem Fall wert.

PS: Falls ihr Wünsche, Fragen, Anregungen habt, so bin ich für jede Nachricht offen!

Eine Antwort zu „Auckland – Ankommen und Ausspannen“

  1. […] die Essensschüssel des Vulkangottes. Am Anfang meiner Reise durch Neuseeland besuchte ich sowohl Mount Eden als auch die Waitakere […]