Fast ein Jahr verbrachte ich im Land der langen weißen Wolke. Natürlich gab es so einige Up & Downs in dieser Zeit. Doch was bleibt sind die wunderbaren Momente mit den vielen netten Menschen, denen ich begegnete und die ich ins Herz geschlossen habe. Von ihnen und auch aus eigenen Erfahrungen ergibt sich die Liste an alltäglichen Tipps und Tricks für eine unvergessliche Zeit am anderen Ende der Welt!
Transport
Die Entscheidung, wie du dich in Neuseeland fortbewegen möchtest, solltest du recht früh fällen. Die Auswahl besteht aus einem eigenen Auto, Buspass oder trampen.
- Alle Tipps zum Autokauf und -verkauf findest du hier im Blog.
- Unterwegs mit dem Campervan wurden zwei Apps für mich unerlässlich: Campermate (Hier findest du alle Campingplätze je nach Campervanart, WLAN Stellen oder Duschen, unglaublich hilfreich!) und maps.me (eine kostenlose offline Karte, die auf meinem uralten Smartphone richtig gut funktioniert hat).
- Ich war ganz zufrieden mit dem FlexiPass von InterCity. Ich konnte mit diesem Buspass die Strecken bequem mit meinem Kontingent bezahlen und selbst nach fast einem Jahr noch mein Rest aufbrauchen. Außerdem ist es möglich Restkontingent anderer zu kaufen oder sein eigenes zu verkaufen. Wie unkompliziert das funktioniert, kann ich leider nicht sagen.
- Per Anhalter in Neuseeland zu fahren, ist ziemlich einfach. Vor allem als Frau wurde ich verhältnismäßig schnell mitgenommen. Ich habe es meist für kurzen Strecken bei Tageswanderungen genutzt. Bei langen Strecken mit all meinem Gepäck, war ich dann doch lieber zu zweit unterwegs. Ein paar Sicherheitsvorkehrungen sind dennoch unerlässlich: Steige nie ein, wenn du ein ungutes Gefühl hast! Fotografiere das Autokennzeichen und schicke einem Vertrauten das Bild per Handy und auch gleich dein Reiseziel. Schau dir vorher eine Karte an und besprich mit dem Autofahrer, wo er dich absetzen soll. Lege dir ein paar Small Talk Themen zurecht, damit die Fahrt nicht langweilig wird. Ein paar weitere Tipps findest du hier bei Backpacking Hacks.
- Hast du keinen Platz mehr im Rucksack, aber möchtest noch Souvenirs mit nach Deutschland nehmen? Kein Problem, nach meiner Erfahrung ist der Versand per Post erschwinglich und innerhalb von zwei Wochen ist das Paket in der Heimat. Doch aufpassen: Dein Paket sollte 2 Kilogramm nicht überschreiten (sonst wirds verhältnismäßig teuer). Gib auf dem Versandschein immer an, dass es sich um ein Geschenk handelt und nicht mehr wert ist als 50 Euro, sonst muss der Empfänger zum Zoll und das kann lästig werden.
Essen
Die Lebensmittel in Neuseeland sind teurer als wir es in Deutschland gewohnt sind. Ich habe mich aber schnell daran gewöhnt, sparsam einzukaufen (also nur das, was ich brauchte) und bin ganz gut damit zurecht gekommen. Als Studentin hatte ich da schon einige Erfahrung!
Bei den verschiedenen Supermärkten stellte sich bald eine Hierarchie heraus (vom günstigsten zum teuersten): Pak’n’Save, Countdown, New World und Four Square.
- Preisschwankungen bei Obst und Gemüse sind extrem saisonabhängig: Im Winter kosteten Avocados teilweise 6NZD und in der Erntezeit 2NZD. Saisonal einkaufen lohnt sich also!
- Eine große Auswahl an Bio Obst und Gemüse fand ich noch nicht in allen Supermärkten. Da wurde ich eher auf Farmers Markets fündig oder beim Direktkauf bei der jeweiligen Farm. Bei letzterem konnte ich auch noch Geld sparen, denn hier sind frische Früchte und Gemüse oftmals preiswerter.
- Die meisten Deutschen in Neuseeland vermissen das heimatliche Brot. In Neuseeland gibt es alle möglichen Arten von Toastbrot, aber kein „normales“ Mischbrot oder ähnliches. Daher traf ich auf einige, die sich ihr eigenes Brot einfach selbst backten. Das funktioniert selbst auf Campingplätzen mit ausgestatteter Küche (oder in der Pfanne!)
Sehenswertes
Wer nicht weiß, was er sich in Neuseeland alles anschauen möchte, ist selbst Schuld! Die Auswahl an Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten ist endlos. Und selbst, wenn du spontan und ohne Plan irgendwo hin fährst, entdeckst du traumhafte Orte am Wegesrand.
Hier sind meine Top 10:
- Far North – Cape Reinga und die Riesensanddünen
- Matamata – Hobbiton
- Paeroa – Karangahake Gorge
- Bay of Plenty – Mount Maunganui
- Turangi – Tongariro Crossing
- Southern Alps – Hooker Valley Walk and Muller Hut Track
- Oamaru – Steampunk HQ, Steampunk Quarter and Marine Parade
- Catlins – Nugget Point and the Lost Gypsy Gallery (Papatowai)
- Central Otago – Poolburn Reservoir and Saint Bathans
- Queenstown – Greenstone and Caples Track
Doch es gibt noch mehr Sehenswürdigkeiten zu sehen. Meine komplette Liste findest du hier im Blog und natürlich auch meine Reisebeschreibungen.
- Möchtest du dich gern von Reiseführern inspirieren lassen, dann erspare dir das Gepäck im Flugzeug und nimm einen als E-Book mit oder kauf dir einen vor Ort im Second Hand Laden. Und natürlich gibt es noch immer die Rating Platformen wie TripAdvisor.
- Ja, in Neuseeland kann man Südlichter sehen und der Sternenhimmel ist einfach traumhaft! Am Besten funktioniert das aber im neuseeländischen Winter auf der Südinsel. Nicht im Sommer, denn da wird es nachts kaum richtig dunkel (das weiß ich aus eigener Erfahrung!).
- Ich hab keinen einzigen Kiwi in Neuseeland gesehen, denn ich wollte sie in der Natur entdecken. Dazu eignet sich die Coromandel Halbinsel sehr gut (hier hab ich sie zumindest nachts rufen gehört) und im Süden soll es ebenfalls leichter sein, die kleinen Laufvögel im Urwald aufzuspüren.
- Solltest du sie im Zoo in Auckland sehen und das günstige Sommernachtsspecial nutzen wollen, dann beeil dich nach dem Einlass! Das Kiwihaus schließt nämlich schon ab 5:45 pm und lässt die Vögel dann in Ruhe schlafen. Also schnell als erstes dorthin!
- Die besten Schmuckstücke aus dem berühmten Greenstone fand ich in dem kleinen, fast versteckten Laden Traditional Jade in Hokitika. Die Stücke sehen individuell und nicht massengefertigt aus und ich konnte sogar bei der Produktion zusehen.
Gesundheit
An sich hatte ich kaum Berührung mit dem Gesundheitssystem in Neuseeland, doch zwei Dinge sind mir aufgefallen.
- Kontaktlinsen solltest du im Vorrat dabeihaben, sonst muss du extra zum Arzt für ein Rezept. So einfach wie in Deutschland, man geht zum Optiker und bestellt die Linsen mit der entsprechenden Stärke, ist das hier nicht.
- Die ACC Unfallversicherung gilt für alle Menschen, die sich im Land aufhalten. Also auch als Reisender kannst du bei einem Unfall die Versicherung in Anspruch nehmen. Das kann manchmal einfacher sein, als mit der heimatlichen Krankenversicherung zu verhandeln. Die ACC Unfallversicherung soll wohl einen Teil der Arztkosten übernehmen.
Living on a budget
Als Backpacker im Ausland hast du meist nur ein begrenztes Budget. Als Work & Travel Mensch besteht natürlich die Möglichkeit, es hin und wieder aufzustocken. Doch bei mir war es immer ein Abwägen zwischen Zeit und Geld. Wenn ich mehr Geld ausgebe, muss ich irgendwann Zeit investieren, um wieder mehr Geld rein zubekommen und weiterreisen zu können. Also versuchte ich mich möglichst sparsam durch Neuseeland zu bewegen.
- Backpacker vs. Hostel? Die zwei Bezeichnungen stehen für die gleiche Art der Unterkunft: preiswerte Mehrbettzimmer mit einer bunten Mischung aus internationalen Gästen.
- Es gibt in Neuseeland Hostelverbände, für die du Mitgliedskarten kaufen kannst wie BBH. Dadurch kannst du einen günstigeren Bettenpreis ergattern. Ansonsten fand ich die meisten Hostels über Hostelworld oder booking.com.
- Hast du keine Lust dich gleich mit einem Job an einen Ort zu binden, aber dein Budget schwindet dahin? Dann ist vielleicht Arbeiten für Kost und Logie das Richtige für dich. Und dabei lernst du auch noch richtige Neuseeländer kennen. Vermittelnde Plattformen sind hier helpx, workaway und wwoof. Doch auch hier gilt die Regel: Schau dir den Gastgeber genau an und denk an deine Sicherheit!
- Lerne Pak’n’Save lieben! Eine Mitreisende bezeichnete die Supermarktkette als ein Food IKEA, was ziemlich treffend ist. Denn mit den riesigen Regalen und den riesigen Mengen erinnert es wirklich an den schwedischen Möbelhersteller. Und günstig ist es obendrein!
- Mobiles Internet ist in Neuseeland nicht immer gegeben und selbst in Unterkünften funktioniert das WiFi nicht immer reibungslos. Eine Ausweichmöglichkeit sind die öffentlichen Bibliotheken, in denen ich das Internet oft (aber nicht immer) kostenlos benutzen konnte. Eine andere Alternative sind die großen Malls. Auch hier sind kostenlose, aber oftmals zeitlich begrenzte Internetzugänge möglich.
- Als Eldorado für Rabatte und Gutscheine für Freizeitaktivitäten haben sich die Webseiten bookme und grabone herausgestellt. Planst du einen Skydive, eine Surfstunde oder Bungee Jumping, dann schau hier vorher einmal rein und vielleicht kannst du einen Rabatt raus schlagen.
- Ich habe mich in die Second Hand Shops in Neuseeland verliebt! Anders als in Deutschland gibt es fast in jedem kleinen Ort einen solchen Laden und die Qualität der Klamotten, Gegenstände und Bücher ist sehr gut. Je nach Region kann man sogar auf Wetsuits oder Campingausrüstung stoßen. Die Ausstattung meines Campervans konnte ich so recht günstig erweitern.
- In der Ladenkette Warehouse und in den Dollarshops fand ich preiswerte Souvenirs, die den offiziellen in nichts nach standen und teilweise sogar schöner waren.
- Auch in Neuseeland gibt es bestimmte Kinotage in der Woche, an denen der Eintritt preiswerter ist. Das lohnt sich definitiv!
- Wer ein Auto in Neuseeland besitzt, kommt um WOF und manchmal auch Reparaturen nicht herum. Diese sind jedoch in kleineren Städten mit nicht so hohem Anteil an Durchreisenden wesentlich preiswerter und die Handwerker lassen noch besser mit sich reden.
- Für Inlandflüge wurden mir die Flüge von Jetstar empfohlen. Diese sollen recht preiswert sein.
Ich hoffe, diese Tipps helfen dir auf deiner Reise durch das Land der langen weißen Wolke und erleichtern dir das tägliche Leben dort.
Viel Spaß & Save travels!

