Postcard vs. Reality

Postcard vs. Reality – Nugget Point

Nugget Point Lighthouse erhebt sich mystisch entrückt über einem Nebelmeer, das sich bis zum Horizont erstreckt – so zeigt es die Postkarte. Das Bild erinnerte mich an Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer„. Es war sehr unwahrscheinlich, dass ich diese Stimmung würde einfangen können.

Auch ohne Nebel und abendlicher Sonne wurde Nugget Point zu meinem Lieblingsort in den Catlins. Die Küste war schroff und klippenreich und es fiel nicht schwer die Notwendigkeit des Leuchtturms zu entdecken. Vor den Ufern lagen zahlreiche spitze Felsbuckel verstreut, die ein Anlegen größerer Schiffe unmöglich machten. Doch gerade diese Felsspitzen gaben dieser Landzunge ihren Namen – Nugget Point. Ich erreichte den Ort an einem frühen Wochenend-Nachmittag und so teilte ich mir die kurze Wanderung zum Leuchtturm mit anderen Besuchern. Die Luft war klar und die Wolken hingen hoch am Himmel. Vom Nebel war keine Spur zu sehen, dafür trat umso mehr der Kontrast zwischen dem tiefblauen Meer, dem grünen Dickicht und der weißen Gischt der Wellen (und natürlich dem weißen Leuchtturm) hervor. Es verwundert wenig, dass diesem Ort etwas Poetisches anhängt. Den Weg zum Leuchtturm säumten graue Tafeln mit Gedichten und lyrischen Zeilen über die Küstenlandschaft Neuseelands und irgendwie griff das die Stimmung an diesem Ort ganz gut auf.

Es war diesmal nicht sehr schwer die Postkarte nachzustellen. Mitten auf dem Weg zum Leuchtturm fand ich die richtige Perspektive. Es gab auch kaum alternative Standpunkte, denn auf der einen Seite des Weges ging es steil bergauf durch Dickicht und auf der anderen steil bergab Richtung Ufer.