Postcard vs. Reality

Postcard vs. Reality – Moeraki Boulders

Die Moeraki Boulders geben ein ziemlich gutes Fotomativ ab. Wo findet man sonst schon perfekte, steinerne Kugeln natürlichen Ursprungs? Bereits auf der Nordinsel und vielleicht sogar schon vor meiner Reise habe ich Bilder von diesem Ort gesehen und wollte daher unbedingt dort hin. Doch wie sah die Realität aus?

Zusammen mit meinem Besuch aus Deutschland war ich Anfang Januar 2017 am Strand von Moeraki. Obwohl es eigentlich schon Sommer war, hatten wir einen grauen und kalten Tag erwischt. Vielleicht lag es auch daran, dass wir immer weiter in den Süden fuhren, also uns dem Südpol näherten? In jedem brachte es auch viele Touristen, vor allem asiatische Touristen, nicht davon ab, ebenfalls die Steinkugeln zu besuchen. Anstatt strahlend blauem Himmel an einem menschenleeren Strand, fanden wir also eine Menschenmenge vor grautrüben Hintergrund vor.

Der richtige Winkel war schnell gefunden und nur einmal konnte ich die Steine ohne Menschen fotografieren. Gleich in der Nähe gab es zudem ein Café und einen Souvenirshop. Dieser Ort ist also so besonders, dass er bereits sehr gut touristisch erschlossen ist und nicht mehr zu den Geheimtipps zählt. Trotz des klimatischen Unterschieds und dem Trubel, fand ich die Steine dennoch beeindruckend. Einige waren komplett von den Wellen freigelegt, andere halb vergraben im Sand und wieder andere von den Witterungen auseinandergebrochen, so dass man die unterschiedlichen Gesteinsschichten im Inneren wie in einem Modell des Erdballs selbst erkennen konnte.

Die Moeraki Boulders sind 4 bis 5,5 Millionen Jahre alt. Wikipedia erklärt die genaue Entstehung so: „Die Moeraki Boulders entstanden durch Zementation durch Calcit aus Porenwasser aus paläozänen Sedimenten, aus denen sie später durch Erosion freigelegt wurden. Die Kugelform zeigt, dass die Kugeln durch Diffusion des Calciums und nicht durch eine fließende Flüssigkeit erzeugt wurden.“ Verstanden?! Sie messen 0,5 bis 2 Meter im Durchmesser und man findet ähnliche Kugeln auch an anderen Orten Neuseelands und sogar der Welt. Beispielsweise die Koutu Boulders auf der Nordinsel oder die Katiki Boulders südlich von Moeraki, die zudem auch Dinosaurierknochen enthalten.