Der Mount Taranaki ist ein einsamer Berg. Als einstiger Vulkan ist er heute Teil des Egmont National Parks. Es heißt, er war nicht immer so einsam. Er stand einst nahe der Vulkane um Tongariro.
Die meisten Vulkane dort waren männlich, aggressiv und spien oft Feuer im Streit miteinander. Und wie soll es anders sein, buhlten sie um die Liebe ihrer weiblichen Gefährtin Pihanga. Man erkennt sie noch heute an ihrem kurvigen Profil südlich von Taupo. Im Kampf der Vulkane wurden viele von ihnen besiegt. Tongariro verlor seinen Kopf, der heute die Insel Motutaike im Taupo-See bildet. Einige Vulkane flohen in den Norden wie Whakaari (heute White Island), Putuaki (Mount Edgecumbe) oder Tauhara am Nordende vom Taupo-See. Pihanga wählte von allen jedoch Tongariro und so ging Taranaki nicht in den Norden, sondern nach Westen, um sich vor Traurigkeit und unerwiderter Liebe im Meer zu ertränken. Auf dem Weg dorthin hinterließ sein schwerer Körper eine Spur im Land, die zum Whanganui Fluss wurde. Als er an der Küste ankam, bat ihn eine Dienerin sich nicht umzubringen. „Schau dich um“, sagte sie, „um dich herum gibt es fruchtbares Land und Wald, dafür lohnt es sich zu leben!“ Schließlich ließ sich Taranaki von ihr überzeugen und steht noch heute umgeben von grünem Wald, an der Schwelle zum Meer.


