Kommen Postkarten jemals in die Nähe der Wirklichkeit? Oder sind sie von Anfang an einfach der Fantasie des Fotografen und der Tourismusindustrie entsprungen? Diesen Fragen stellte ich mich auch weiterhin während meiner Reise durch Neuseeland und musste feststellen, dass mir in Kerikeri die Natur einen Strich durch die Rechnung machte.
Im Mai vergangenen Jahres verbrachte ich eine Woche bei einer ehemaligen Österreicherin in Kerikeri. In unserem Helpx Abkommen arbeitete ich vier Stunden in ihrem Garten und sie zeigte mir dafür die Gegend um Kerikeri und Matauri Bay. Die Tage waren gut gefüllt und nur selten fand ich Zeit auf eigene Faust durch die Landschaft zu ziehen. Einer dieser Solo-Ausflüge führte mich zu den Rainbow Falls, einen der tausenden Wasserfälle Neuseelands.
Neben den bereits offensichtlichen Unterschieden im fotografischen Equipement (die Pikitia-Fotografen benutzen ein sehr weitwinkeliges Objektiv, mit dem ich auf meiner Reise leider nicht dienen konnte) waren es bei den Rainbow Falls auch naturgegebene Ursachen, die zu den unterschiedlichen Bildern führten.
Wie man sieht, war das Wetter grau und nass und trotz des Regens führte der Wasserfall weniger Wasser als es die Postkarte vorgibt. Es war mir so nicht möglich diesen traumhaften Sonnenuntergang mit wolkenweichen Wassermassen einzufangen, der die Regenbögen im Dunst erahnen lässt. Der Baum war mit den Jahren weitergewachsen und die Äste größer und gebogener als auf der Karte. Auch die Steine müssen etwas verrutscht sein, denn es war schwer den genauen Winkel zwischen Wasserfall, Baum und den markanten Steinen zu finden.
Die Wanderung zu den Rainbow Falls war jedenfalls eine wirklich schöne Wanderung durch den Wald und entlang des Flusses. Den Rückweg ersparte ich mir dann doch, da es mit einem Mal wie aus Eimern schüttete und ein nettes Paar aus Großbritannien mich zurück ins Städtchen nahm.



